Zeitzeugenvortrag von Henriette Kretz

Am 23.10.2017 fand in der Zentrumskirche ein bewegender Vortrag der Holocaust-Überlebenden Henriette Kretz aus Antwerpen für die Schülerinnen der Q11 statt.

Frau Kretz wurde 1934 in Lemberg geboren. Mit dem Einmarsch der Deutschen 1941 in die damals sowjetischen Gebiete begann für die jüdische Familie der Kampf um das Überleben. Mehrmals gelang es ihrem Vater seine Familie vor dem Schlimmsten zu bewahren und vor der Erschießung zu retten oder aus dem Gefängnis zu befreien. Immer wieder mussten sie sich verstecken. Henriettes Eltern wurden vor ihren Augen erschossen. Sie selbst konnte sich in einem Nonnenkloster verstecken und überlebte die Zeit des NS -Terrors. Nach dem Krieg ging sie nach Antwerpen, studierte Kunstgeschichte und wurde Lehrerin für Französisch in Israel, wo sie insgesamt 13 Jahre lang lebte (1956-1969). Sie lebt heute wieder in Antwerpen.

Henriette Kretz ist Mitglied des polnischen Vereins „Kinder des Holocaust“, dem Juden angehören, die als Kinder meist in Verstecken überlebt haben. 

Frau Kretz hat als sechsjähriges Mädchen die Ausgrenzung und Diskriminierung der Juden aus der Gesellschaft erfahren. Bis heute nimmt sie Vorurteile gegenüber Juden wahr. „Der Krieg ist vorbei, die Dummheit der Menschen aber nicht“ - sagt sie. Um ihre Geschichte auch Schülern näher zu bringen, arbeitet sie seit Jahren als Zeitzeugin mit dem Maximilian-Kolbe-Werk zusammen (Wi).